Auf den Spuren der Beatles
Kaum eine andere Band hat die Geschichte der Popmusik so sehr auf den Kopf gestellt, wie die Beatles. Die Pilzköpfe aus Liverpool sind auch für immer mit Hamburg verbunden. Denn hier haben John Lennon, Paul McCartney und Co. ihre erste Bühnenerfahrung gesammelt.

Jan Heinemann ist der Musik-Freak im Team und ein riesengroßer Beatles-Fan. Er nimmt uns mit auf einen Stadtrundgang "mal anders" und ist dahin gegangen, wo alles begann.
Kalte Füße im Bambi-Kino
Im Sommer 1960 kommen die Beatles in Hamburg an, nach gut zwei Tagen Fahrt mit dem Bus und der Fähre aus England. Die jungen Männer, alle zwischen 17 und 20, werden in der Paul-Roosen-Straße 33 untergebracht, im ehemaligen Bambi-Kino. Dort teilen sie sich die Toiletten mit den Kinobesuchern, müssen sich in einer Union-Jack-Flagge einwickeln, weil sie keine anständigen Bettdecken bekommen. Ihr erstes Zuhause in der Hansestadt ist für die fünf jungen Musiker also alles andere als Luxus. Das Bambi-Kino gibt es schon lange nicht mehr, heute wächst ganz viel Efeu die Altbauwände hoch. Ein Schild am Eingang erklärt: "Hier wohnten die Beatles."
Erste Auftritte auf der Großen Freiheit
Sechs mal die Woche spielen, immer nachts, bis zu Acht Stunden lang: Das ist die Abmachung, die die fünf Beatles (John Lennon, Paul McCartney, George Harrison, Stuart Sutcliff, Pete Best) mit einem Hamburger Club-Betreiber haben. Ihre ersten Auftritt haben sie im Indra Club auf der Großen Freiheit 64. Dort spielen sie, wenn gerade keine Stripease-Shows laufen. Hinter der roten Fassade des Indra finden auch heute noch regelmäßig Konzerte statt.
Dumme Streiche und eine Festnahme
Nicht weit vom Indra, an der Großen Freiheit 36 schwebt eine große Neon-E-Gitarre über der Straße und lockt Musik-Fans in den Kaiserkeller. Am Eingang zum Club hängt tatsächlich noch eine Kopie des Knebelvertrags, der die Beatles dazu verpflichtete, bis zu acht Stunden zu arbeiten, an sechs Tagen in der Woche. Als die Band in den angesagten Star Club auf der gegenüberliegenden Straßenseite wechseln will, verpfeift ihr bisheriger Arbeitgeber sie kurzer Hand an die Polizei auf der Davidwache. George Harrison darf mit seinen 17 Jahren nämlich gar nicht nachts arbeiten. Die Gruppe muss Hamburg verlassen. Vor seiner Abreise nagelt Paul McCartney ein Kondom an die Wand des Bambi-Kinos an die Wand, und zündet es an. Für diesen Streich verbringt er eine Nacht in der Davidwache. Dann ist das erste Gastspiel der Beatles in Hamburg beendet.
Eine große Liebe und der Weltruhm
Die Beatles kehren nach Hamburg zurück, spielen schließlich in den wirklich angesagten Clubs: im Star Club und dem Top Ten. Je mehr Erfahrung sie auf den Bühnen St. Paulis sammeln, desto selbstbewusster und besser werden sie. Bassist Stuart Sutcliffe verlässt die Gruppe, um bei seiner Freundin Astrid Kirchherr zu bleiben und Kunst zu studieren. Sie ist es, die die ersten professionellen Fotos der Band macht. Zwischen 1960 und 1962 sind die Beatles mehrmals zu Gast in Hamburg, bauen sich eine große Fangemeinde aus Seeleuten und jungen Rock'n'Roll-Fans auf. Kurze Zeit nach ihrem letzten Auftritt in Hamburg nehmen sie ihr erstes Album Please Please Me auf. Der Rest ist Geschichte.
Ein Denkmal für die Fab Four
Im Herzen des Hamburger Rotlichtviertels, an der Kreuzung Reeperbahn/Große Freiheit, hat die Stadt Hamburg den Beatles ein Denkmal gesetzt. Der Beatles-Platz sieht von oben aus wie eine Schallplatte, im Boden sind die Titel berühmter Hits der Gruppe eingravierten, darunter "Yesterday", "Norwegian Wood" oder "Here Comes The Sun". Skulpturen aus Edelstahl zeigen die Silhouetten der fünf Musiker mit ihren Instrumenten. Unser Stadtführer Jan sagt zum Abschluss der Tour: Für Musik-Begeisterte, Hamburg-Besucher und auch eingefleischte Nordlichter ist ein Abstecher hier ein absolutes Muss.
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Jan Heinemann